Ein Liederabend in Zeiten des Krieges mit Carl von Clausewitz
Freitag, 21. August 2026 | 19:30 Uhr
Samstag, 22. August 2026 | 19:30 Uhr
📍Grunewaldstraße 55
12165 Berlin-Steglitz
📞 (030) 90299-2210
Der szenisch-musikalische Abend konfrontiert das Denken des preußischen Militärwissenschaftlers und Kriegstheoretikers Carl von Clausewitz mit der emotionalen Wucht moderner Musik und lässt die Bruchlinien heutiger Konflikte scharf hervortreten. Auszüge aus „Vom Kriege“ treffen auf musikalische Stimmen eines verwundeten Jahrhunderts. Clausewitz‘ Überlegungen zu „Verteidigung“, „Abschreckung“ und „totalem Krieg“ klingen erschreckend gegenwärtig. Im Wechselspiel von theoretischer Analyse und menschlichen Erfahrungen, wie sie u.a. in Liedern und Klavierwerken von Hanns Eisler, Stefan Wolpe und Paul Dessau erklingen, entsteht ein verstörend aktueller Dialog, in dem Denken und Fühlen einander befragen: die Sprache der Strategie trifft auf den Klang des Erlebens, Analyse auf Aufschrei, Vernunft auf Verlust. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Debatten über Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht fragt der Abend: Wie lässt sich über Krieg nachdenken, ohne ihn zu legitimieren? Wie rational kann Gewalt sein? Und wann dient Krieg einer Ideologie?
Anna von Schrottenberg – Schauspiel & Gesang
Matthew Rubenstein – Klavier
Johanna Hasse – Konzept & Regie
Gefördert aus Mitteln der dezentralen Kulturarbeit des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf von Berlin, Fachbereich Kultur.
Anna von Schrottenberg ist Schauspielerin und Sängerin. Nach Engagements am Volkstheater Rostock und am Theater der Jungen Welt Leipzig arbeitet sie freischaffend in Berlin und entwickelt eigene musikalische Programme. Sie spielte u.a. an der Zionskirche Berlin, am Deutschen Theater Berlin (Junges DT) und an internationalen Spielstätten wie dem Cabaret Voltaire Zürich oder dem Teatr Capitol in Breslau. Ihre Arbeit zeichnet sich durch ihre intensive Auseinandersetzung mit literarisch und politisch geprägten Stoffen aus. Seit 2015 leitet sie zudem Theaterworkshops für junge Menschen an unterschiedlichen Institutionen, wie z.B. Ausbildungsbetrieben, Schulen oder Strafanstalten.
Matthew Rubenstein ist ein international tätiger Pianist mit Schwerpunkt auf klassischer und zeitgenössischer Musik. Als Solist und Kammermusiker konzertierte er in den USA, Deutschland und Brasilien. Er wurde mehrfach bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und ist bekannt für seine Interpretationen moderner Klavierliteratur. Seine CD-Veröffentlichungen – u.a. mit Werken von Aribert Reimann, Heinz Tiessen und Marcel Mihalovici – erhielten große Anerkennung in der Fachpresse. Seit einigen Jahren leitet er eine Reihe von Salonkonzerten in der Mendelssohn-Remise Berlin, bei denen er Klavier- und Kammermusik im historischen und sozialen Kontext vermittelt.
Johanna Hasse ist freischaffende Regisseurin für Sprechtheater und Performance mit Inszenierungen für freie und städtische Bühnen u.a. in Berlin, Gera, Koblenz. Inhaltlich bewegt sie sich zwischen klassischer Dramatik, zeitgenössischen Texten, Stückentwicklungen, musikalisch-performativen Formaten sowie hybriden digitalen Bühnenexperimenten. Neben ihrer Regiearbeit fürs Theater arbeitet sie als Aufnahmeregisseurin für Hörbuchproduktionen, dreht Videocollagen für die Bühne, Videoinstallationen sowie Dokumentarfilme u.a. für WDR, ZDF/3sat und arbeitet für TV-Aufzeichnungen von Theaterinszenierungen.